von Zezschwitz Kunst und Design

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Möbel, Lampen und Objekte nach Entwürfen bedeutender, internationaler Architekten

Kapitel: Architekten N-Z


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Margarete Schütte-Lihotzky - Hängeschrank mit Schütten aus der 'Frankfurter Küche', 1926/27

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Auktion 61 , 01.07.2010
Katalognummer 155
Überschrift

Margarete Schütte-Lihotzky

Wien 1897 - 2000 Wien
Titel

Hängeschrank mit Schütten aus der 'Frankfurter Küche', 1926/27

Beschreibung Ausführung: Gebr. Haarer, Hanau. Zweireihiger Satz mit zehn Schütten in Holzrahmen, tlw. furniert, offene Rückwand. Schütten aus Aluminiumblech, gebogen, gestanzt und genietet, jeweils mit aufgeschraubtem Schild und Handhabe. Schütten auf dem Steg bez.: ORIGINAL HAARER, HANAU a.M. (Reliefprägung). H. 31,5 cm; 60 x 26 cm.
Schätzpreis € 1.200,00
$ 1,700.00
Zuschlag € 800,00
$ 1,128.00
   
 

  1. Margarete Schütte-Lihotzky -
  2. Margarete Schütte-Lihotzky -


Zusatz

Die 'Frankfurter Küche' war "die erste Arbeitsküche im Massenwohnungsbau der zwanziger Jahre in Europa und gleichzeitig ein revolutionierendes Experiment: Sie erzwang die Rationalisierung der Hausarbeit und ihre räumliche Organisation und Ausstattung (...)"(Heinz Hrdina, Neues Bauen, Neues Gestalten. Das Neue Frankfurt / die neue Stadt, Eine Zeitschrift zwischen 1926 und 1833, Berlin 1984, S. 28). Im Zuge des Wohnungsbauprogramms 'Neues Frankfurt' entstand auch die 'Frankfurter Küche'. Sie gilt als Vorläufer der modernen Einbauküche, nahezu 10.000 Wohnungen wurden mit dieser Küche im Frankfurter Siedlungsbau ausgestattet. Sie kam mit wenig Platz aus, was angesichts der kleinen Wohneinheiten im Massenwohnungsbau nötig war, und vereinfachte das Arbeiten in der Küche, indem die Abläufe durch die konsequente Organisation der Gerätschaften rationalisiert wurden. Ein Nachbau der 'Frankfurter Küche' steht im Museum für Angewandte Kunst in Wien. Margarete Schütte-Lihotzky war die erste Österreicherin, die auf Empfehlung Gustav Klimts, eines nahen Freundes ihrer Mutter, ein Architekturstudium beginnen konnte und auch abschloss. 1926 ging sie nach Frankfurt, wo sie durch ihre Entwicklung der 'Frankfurter Küche' bekannt wurde. Von 1938 bis zu ihrer Verhaftung und späteren Inhaftierung durch die Gestapo arbeite sie an Projekten in der Sowjetunion, London, Paris und Istanbul. Durch ihre Heimatstadt Wien wurde ihr erst spät, nämlich in den 80er Jahren, Anerkennung zuteil.

Literatur

Ausst. Kat. Bauhausstil oder Konstruktivismus?, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt 2008, S. 249-25 und S. 261; Ausst. Kat. Frauen im Design, Haus der Wirtschaft Stuttgart 1989, S. 149-173, mit Abb. S. 170-1; Walter Müller-Wulckow, Die Deutsche Wohnung der Gegenwart, aus der Reihe 'Die Blauen Bücher', Königstein u. Leipzig 1930, S. 63 mit Abb.